Samstag, 11. März 2017
Und jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben (Offenbarung 6, 11)
1. Mose 35, 1 - 14

Gott segnet Jakob in Bethel
35 Und Gott sprach zu Jokob: Mache dich auf, zieh hinauf nach Bethel und wohne dort und baue dort einen Altar für den Gott, der dir erschienen ist, als du von deinem Bruder Esau geflohen bist! 2 Da sprach Jakob zu seinem Haus und zu allen, die bei ihm waren: Tut die fremden Götter von euch weg, die in eurer Mitte sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider! 3 So wollen wir uns aufmachen und nach Bethel hinaufziehen, dass ich dort einen Altar errichte für den Gott, der mir geantwortet hat zur Zeit meiner Not, und der mit mir gewesen ist auf dem Weg, den ich gezogen bin!
4 Da lieferten sie Jakob alle fremden Götter aus, die in ihren Händen waren, samt den Ringen, die sie an ihren Ohren trugen, und Jakob verbarg sie unter der Terebinthe, die bei Sichem steht. 5 Danach brachen sie auf; und der Schrecken Gottes fiel auf die umliegenden Städte, so dass sie die Söhne Jakobs nicht verfolgen.
6 Als nun Jakob, er und das ganze Volk, das bei ihm war, nach Lus kamen – das ist Bethel -, das im Land Kanaan liegt, 7 da baute er dort einen Altar und nannte den Ort „El-Bethel“, weil sich Gott ihm dort geoffenbart hatte, als er vor seinem Bruder floh. 8 Da starb Debora, die Amme der Rebekka, und wurde unterhalb von Bethel begraben, unter der Eiche, die man Klageeiche nennt.
9 Und Gott erschien Jakob zum zweiten Mal, seitdem er aus Paddan-Aram gekommen war, und segnete ihn. 10 Und Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob, aber du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel soll dein Name sein! Und so gab er ihm den Namen Israel.
11 Und Gott sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige, sei fruchtbar und mehre dich! Ein Volk und eine Menge von Völkern soll von dir kommen, und Könige sollen aus deinen Lenden hervorgehen; 12 das Land aber, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, das will ich dir und einem Samen nach dir geben! 13 Und Gott erhob sich von ihm an dem Ort, wo er mit ihm geredet hatte.
14 Da richtete Jakob eine Säule auf an dem Ort, wo er mit ihm geredet hatte, einen Gedenkstein, und goss Trankopfer darauf aus und schüttete Öl darüber; 15 und Jakob gab dem Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, den Namen Bethel.


Kommentar:

Und wie Mose auf Gott hört und nach Bethel ziehen möchte, fordert er das Volk, das mit ihm zieht auf: Tut die fremden Götter von euch weg, die in eurer Mitte sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider! Der Name „Bethel“ bedeutet „Haus Gottes“ (eigentlich Bet-El, hebräisch „Haus des El“, El steht für den Gott der Israeliten). Jakob soll also zum Haus Gottes ziehen und dort wohnen. Da wir einen heiligen und eifersüchtigen (2. Mose 20, 5) Gott haben, der da sagt: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! (2. Mose 20, 2), so müssen wir all die fremden Götter ablegen, wenn wir im Hause Gottes wohnen wollen. Denn er hat uns aus der Knechtschaft der Sünde herausgeführt, die uns erdrückt und versklavt hat gleich wie die Israeliten von den Ägyptern erdrückt und versklavt wurden. Der einzige Ausweg aus dieser Fremdbestimmung unserer Süchte und Triebe, die wir selbst nicht lassen können, ist anzuerkennen, dass Gott allein der Herr ist, der frei macht. Wenn wir das bekennen und all die Götzen [aus] Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht (Psalm 115, 4) wegwerfen, so dürfen auch wir in Bethel wohnen. Jakob hat die Götterfiguren unter einer Terebinthe (ein Baum im Mittleren Osten) begraben. Heute liest sich das so als hätte er sie dort versteckt, doch zieht man in Betracht, dass Saul und seine Söhne unter der Terebinthe zu Jabes begraben wurden (vgl. 1. Chronik 10, 12), so lässt sich erkennen, dass die Götterfiguren wie tote Personen begraben wurden. Zum Zeichen dafür, dass diese Götter tot sind und da man Tote nicht wieder ausgräbt, dass sie dort vergraben bleiben sollen. Wenn wir uns also unserer Götter entledigen, so sollten wir dies nachhaltig tun, so dass wir sie nicht wieder ausgraben. Niemand geht auf einen Friedhof, gräbt Tote aus und erwartet, dass diese wieder lebendig werden. Davon abgesehen ist das eine wirklich widerliche Tat. Und genauso sieht Gott es, wenn wir uns wieder unseren Ablenkungen und Vergnügungen zuwenden, die ihn außenvor lassen:Wir verbringen Zeit mit Toten statt Lebendigen.
Gott ruft uns also auf nach Bethel aufzubrechen, uns von den selbst erschaffenen Götzen, die viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen, ein für alle mal zu trennen und bei ihm zu wohnen. Jesus sprach: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen (Johannes 14, 23). Was für eine Verheißung! Sobald wir uns zu Jesus aufmachen, kommt er zu uns!
Weshalb aber sollten Jakobs Gevolksleute auch ihre Kleidung wechseln? Reicht es nicht, sich von seinen vorherigen Göttern abzuwenden? Um dies zu verstehen, hilft die Stelle in Sacharja, wo Jeschua, der Hohepriester von Satan angeklagt wird. Jeschua aber hatte unreine Kleider an und stand doch vor dem Engel. Und [der Engel] begann und sprach zu denen, die vor ihm standen: „Nehmt die unreinen Kleider von ihm weg!“ Und zu ihm sprach er:„Siehe, ich habe deine Sünde von dir genommen und lasse dir Festkleider anziehen!“ (Sacharja 3, 3 f.). Die neue Kleidung dient als Zeichen dafür, dass unsere Sünden von uns genommen, ja, abgewaschen sind! Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee; wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie [weiß] wie Wolle werden (Jesaja 1, 18). Wenn Gott uns die Sünden vergibt, so kleidet er uns wie den Hohepriester Jeschua in neue Kleidung, ja, sogar in eine Festkleidung, so dass Satan uns nicht mehr verklagen kann. Wir sind von nun an angemessen vor unserem König, unserm Gott angezogen, so dass wir das Recht haben, bei ihm zu wohnen und jeder Zeit vor sein Angesicht zu treten. Denn wir wissen: Wenn unsere irdische Zeltwohnung abgebrochen wird, haben wir im Himmel einen Bau von Gott, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist. Denn in diesem [Zelt] seufzen wir vor Sehnsucht danach, mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet zu werden (2. Korinther 5, 1 – 3). Aber wie sieht diese neue Kleidung nun aus und wie bekommen wir sie? Die Antwort liegt in Jesus Christus, dem großen Hohenpriester. Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes […] Denn wir haben […] einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde (Hebräer 4, 14 f.). Jesus ist der Hohepriester, der im Gegenteil zu dem Hohenpriester Jeschua, vor dem Angesicht Gottes bestehen kann. Darum heißt es auch: denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen (Galater 3, 27). Wenn wir vor Gott angemessen angezogen sein möchten, so müssen wir Christus anziehen. Denn gleichwie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so dass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei (Epheser 5, 6). Diese Kleidung also ist also viel mehr als ein bloßes Kleiudngsstück. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir die Gesinnung Jesu Christi (vgl. Philipper 2, 5) annehmen und ihm nachfolgen. Eines fehlt dir! Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach! (Markus 10, 21). Warum aber müssen wir für die Nachfolge unsern Besitz hergeben? Jakob und sein Volk wechselte nicht nur die Kleidung, sondern nahm auch die goldenen Ringe an den Ohren ab. Das erscheint zuerst übertrieben. Was kann Gott denn gegen Schmuck haben? Doch wenn man die Anbetung des goldenen Kalbs während des Auszugs aus Ägypten heranzieht, wird es klar: Auf, mache uns Götter, die uns vorangehen sollen! Den wir wissen nicht, was mit diesem Mann Mose geschehen ist, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat. Da sprach Aaron zu ihnen: Reißt die goldenen Ohrringe ab […] und bringt sie zu mir! […] Und er nahm es aus ihrer Hand entgegen und bildete es mit dem Meißel und machte ein gegossenes Kalb. Da sprachen sie: Das sind eure Götter, Israel, die dich aus dem Land Ägypten heraufgeführt haben! (2. Mose 32, 1 – 4) Die Ohrringe wurden benutzt, sobald Gott fern schien, um Götter daraus zu machen! Deshalb hat das Gefolge um Jakob sich der Ohrringe entledigt, damit es nicht in Versuchung gerät, sobald Gott einmal fern scheint, sich neue Götter zu schaffen. Deshalb fordert Jesus auch uns auf, unseren Wohlstand Beiseite zu räumen, denn wenn wir keine Rücklagen mehr haben, dann sind wir allein auf Gott angewiesen. Wir können nicht in Versuchung kommen in schlechten Zeiten uns wieder auf unseren Wohlstand zu verlassen oder unser Vergnügen in Dingen zu suchen, die uns unser Vermögen erkaufen kann. Haben wir kein Geld, können wir uns auch kein goldenes Kalb gießen, so einfach ist das. Nachdem Jakob und sein Volk die fremden Götter weggetan, sich neu bekleidet und die Ohrringe entsorgt haben, gibt Gott Jakob seinen Segen und schenkt ihm einen neuen Namen: Israel. Ebenso ist es mit uns: Gott kann uns erst segnen, wenn wir uns von unseren toten Ablenkungen, Vergnügungen und unseren Schätzen auf der Erde (wie auch immer die aussehen), abwenden, jede Beziehung dazu abbrechen und beginnen Jesus nachzufolgen und somit zum Haus Gottes im Himmel aufbrechen. Dann verheißt er uns: Ich will ihm geben einen weißen Stein und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben (Offenbarung 2, 17).

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